Gamescom 2009 – ein Resümee
Zum ersten Mal sollte die Gamescom in Köln stattfinden und das programm versprach hochkarätig zu werden: Präsentationen u.a. von Blizzard, Funcom und Piranha Bytes. Letztere stellten ihr neustes Werk Risen vor und als Gothic Fan der ersten Stunde (das Spiel und nicht die Subkultur, der größtenteils nur Gestörte anhängen!) freute ich mich besonders darauf.
Gesagt getan, zu fünft wollten wir uns Samstag morgen um 8.40 von Düsseldorf aus nach Köln Deutz aufmachen, die Messe öffnete ja schließlich “erst” um 9.00 ihre Pforten und da sollte die Zeit doch völlig ausreichen…
Denkste!
Wir nahmen schließlich einen Zug später um ca. 9.00, da es völlig unmöglich war den früheren auch nur zu betreten. Einfach zuviele Menschen hatten dieselbe Idee. Um halb 10 kamen wir in Köln an und schafften es schließlich noch gerade so, die Messe zu betreten. Quasi direkt nach uns sperrten die Sicherheitskräfte zum ersten Mal die Türen wieder zu – wegen Überfüllung.

DieVorführungen haben wir kaum gesehen, geschweige denn irgend etwas probegezockt, dafür war es einfach zu voll. Bei Risen schlängelte sich die Warteschlange gar über mehrere Stockwerke, aber den Vogel schossen am frühen Nachmittag Blizzard ab:

Und das für 15min zocken? Nun gut… Nichtsdestotrotz wars streckenweise echt witzig. Casemodding war sehr interessant anzuschauen, ich habe 2 rayman raving rabbids Figuren abgreifen können und bei der Age Of Conan Präsentation verteilte man tolle aufblasbare Gummischwerter ![]()
Trotzdem lässt es sich nicht wegleugnen, die Organisation ließ zu wünschen übrig. Vielleicht wäre es zweckdienlicher gewesen, eine Halle nur für ab 18 Spiele zur Verfügung zu stellen, oder generell einen Tag für volljährige Besucher zu reservieren, oder die Besucherzahl generell zu limitieren, oder bessere Wartesysteme aufzustellen, oder oder oder….
Wir haben auf jeden Fall entschieden, dass wir wenn überhaupt nächstes Jahr nur noch während der Woche hinfahren, um das Ganze entspannter angehen zu können
Mal wieder bei Unterschichten-TV aufgefallen:
Familie kommt nicht mit dem 12jährigen Sohnemann klar, denn er hat (angeblich) ADHS, wie in der Reportage möglichst oft betont wird. Der Junge hat extremste Konzentrationsschwierigkeiten und muss daher ständig beaufsichtigt werden. Wenn er mal keine Aufmerksamkeit bekommt, dreht er am sprichwörtlichen Rad.
Nebenbei ist er übergewichtig und futtert sehr viel Süßigkeiten. Anstelle, dass er Sport macht, sitzt er den ganzen Tag vor der Playstation und somit in der Wohung herum.
Sollte man die Reportage wirklich ernstnehmen können, was ich aufs Schärfste bezweifle, dann sind die Eltern doch selbst schuld. Nen bissle mehr “Auslauf” und sportliche Betätigung statt permanenter Kontrolle, und der Kleine hat kaum mehr soviele Probleme.
Sehen kann man das Trauerspiel übrigens noch als Podcast bei RTLnow.de (ADHS-Kind macht Probleme).
Was die Bis(s)/Twilight-Seuche aus deutschen Buchhandlungen macht…
…kann man zum Beispiel hier sehen:

Ich persönlich habe Vampire nie gemocht, selbst als Teenager nicht. Sie waren mir zu weinerlich, zu metrosexuell, zu sadistisch.
Umso mehr frage ich mich, was den heutigen 12-19jährigen Mädchen an der Vorstellung gefällt, sich unsterblich in einen männlichen Vampir zu verlieben, von ihm gebissen zu werden und bis dass der Tod, die Morgensonne oder der Vampirjäger euch scheidet an eine nächtliche Welt gefesselt zu sein.
Sicherlich, einerseits ist das wohl der alte Traum vom Prinzen mit dem weißen Pferd. Andererseits will es mir aber nicht in den Schädel, was an diesem “Leben” auch nur ansatzweise erstrebenswert sein soll:
1. Sonne ist tödlich. Also is nix mehr mit dem 5Sterne Traumurlaub auf Malle/Ibiza/den Seychellen. Dass damit ebenfalls der obligatorische Asitoaster wegfällt, dürfte klar sein
2. gibts nur noch lecker Blut zu essen bzw trinken. Schoki, Eiskaffee Latte und sämtliche Cocktails sollten gemieden werden. Da es nicht immer so einfach ist, geeignete Opfer zu finden, muss frau von Zeit zu Zeit auch mit Schweinen oder gar Ratten vorlieb nehmen.
3. genächtigt wird in erster Linie in Särgen, welche in feucht-kalten Gruften stehen. In der Regel gibt es dort weder eine Zentralheizung, noch fließend heißes Wasser und einen Fernseher, um Telenovelas zu konsumieren. Ganz davon abgesehen, dass ein Sarg alles andere als bequem sein dürfte, so gestaltet sich ein Umzug in angenehmere Räumlichkeiten als schwierig wenn nicht unmöglich. Wie soll man auch mitten in der Nacht Wohnungen besichtigen, wie einen Nachweis für regelmäßiges Einkommen erbringen?
Und auf so ein Leben seid ihr scharf? Daumen hoch, Mädels!
PS: Oder habt ihr alle eine verdeckte Vorliebe für SM? Es muss sehr reizvoll sein, messerscharfe Zähne mit aller Gewalt in die Kehle gerammt zu bekommen…
Schweinegrippe in Wacken?
Es ist wieder mal soweit: Dieses Wochenende trifft sich die Heavy Metal Welt im Dörfchen Wacken bei Itzehohe zum legendären Wacken Open Air. Angefangen 1990 mit etwa 800 Besuchern, werden dieses Jahr wohl an die 80.000 erwartet und genau hier sehen manche Experten eine Gefahr, wie folgender Artikel zeigt:

Woher dieser Artikel, den ich auf einem Bilderboard gefunden habe, eigentlich stammt, habe ich leider nicht herausfinden können, aber er erscheint mir aus mehreren Gründen bedenkenswert. Sollte in Zeiten wie diesen bei solch einer Gefahr so eine Großveranstaltung abgesagt werden? Im Vorfeld gegebene Tipps wie nicht aus einer Flasche trinken oder sofort bei Symptomen das Sanitäterzelt aufsuchen bringen faktisch gar nichts denn: 1. halten sich die Leute sowieso nicht daran und 2. ist es mit solchen Maßnahmen nicht getan. Um sich anzustecken reicht es schon, im Radius einer niesenden Person zu stehen und soweit ich mich erinnern kann, treten Viren im Speichel schon vor den ersten Symptomen auf.
Wie schnell würde es gehen, dass das Virus mutiert und dann nicht mehr so schnell Seren zur Impfung bereitstehen würden? Menschen aus aller Welt kommen nach Wacken, im “worst case” würden sie das Virus in alle Welt tragen, es könnte zur Katastrophe kommen.
ich bin beileibe kein Freund von Schwarzmalerei, aber man weiß ja nie. Ob es unter diesen Umständen sinnvoll ist, eine derartige Großveranstaltung trotzdem stattfinden zu lassen? Wir wissen es nicht.
Vielleicht noch ein paar Worte zum Festival generell:
Meine Person ist selbst zwischen 2001 und 2007 mehrmals auf dem Wacken gewesen und anfangs konnte ich mir keinen besseren Ort vorstellen, um ein paar vergnügliche Tage im Hochsommer zu verbringen. Die relative Nähe zum Meer sorgt immer wieder für einen angenehmen Windhauch, die Musik ist dank genialer Bandauswahl extrem geil und die Leute sind tolerant, lieb und hilfsbereit; drei Tage lang Party in toller Atmosphäre.
Als ich dann aber nach mehrjähriger Abszinenz 2007 wieder einmal hinfuhr, war ich gelinde gesagt schockiert. Nicht nur, dass das Festival seit meinem letzten Besuch 2003 um mehr als das Doppelte gewachsen war, es schien sich auch zu einer riesig großen Werbefläche für diverse Bier- und Schnapssorten, Gitarrenmarken und Modelabels entwickelt zu haben. Dagegen ist erstmal nichts einzuwenden, aber in dem Ausmaß nervt es.
Auch bei den Besuchern schien es eine Veränderung gegeben zu haben, aber vielleicht werde ich einfach nur alt
Von entspannter Atmosphäre merkte man nicht mehr viel. Eher hatte ich das Gefühl, dass es nicht mehr um Musik oder Zusammenhalt geht, sondern nur noch um saufen und Krawall machen. Zumindest wurde es im Laufe der Jahre immer unpersönlicher.
Hinzu kommt noch, dass sich der Ticketpreis mittlerweile auf irgendwas zwischen 120€ und 130€ beläuft, 2001 war er noch bei 98DM. Und um einen anständigen Platz fürs Zelt zu bekommen, der nicht schon im Nachbarort liegt, sollte mach sich bereits eine WOche vorm offiziellen Anreisetermin auf den Weg machen…
Meiner Meinung nach ist das nur noch Ausverkauf, Kommerzialisierung und irgendwo auch Abzocke der übelsten Sorte. sleazy_glam fährt jedenfalls nicht mehr zum Wacken, sondern weicht auf Festivals aus, die sich ihren Idealismus zumindest dem Anschein nach erhalten haben.