Schweinegrippe in Wacken?
Es ist wieder mal soweit: Dieses Wochenende trifft sich die Heavy Metal Welt im Dörfchen Wacken bei Itzehohe zum legendären Wacken Open Air. Angefangen 1990 mit etwa 800 Besuchern, werden dieses Jahr wohl an die 80.000 erwartet und genau hier sehen manche Experten eine Gefahr, wie folgender Artikel zeigt:

Woher dieser Artikel, den ich auf einem Bilderboard gefunden habe, eigentlich stammt, habe ich leider nicht herausfinden können, aber er erscheint mir aus mehreren Gründen bedenkenswert. Sollte in Zeiten wie diesen bei solch einer Gefahr so eine Großveranstaltung abgesagt werden? Im Vorfeld gegebene Tipps wie nicht aus einer Flasche trinken oder sofort bei Symptomen das Sanitäterzelt aufsuchen bringen faktisch gar nichts denn: 1. halten sich die Leute sowieso nicht daran und 2. ist es mit solchen Maßnahmen nicht getan. Um sich anzustecken reicht es schon, im Radius einer niesenden Person zu stehen und soweit ich mich erinnern kann, treten Viren im Speichel schon vor den ersten Symptomen auf.
Wie schnell würde es gehen, dass das Virus mutiert und dann nicht mehr so schnell Seren zur Impfung bereitstehen würden? Menschen aus aller Welt kommen nach Wacken, im “worst case” würden sie das Virus in alle Welt tragen, es könnte zur Katastrophe kommen.
ich bin beileibe kein Freund von Schwarzmalerei, aber man weiß ja nie. Ob es unter diesen Umständen sinnvoll ist, eine derartige Großveranstaltung trotzdem stattfinden zu lassen? Wir wissen es nicht.
Vielleicht noch ein paar Worte zum Festival generell:
Meine Person ist selbst zwischen 2001 und 2007 mehrmals auf dem Wacken gewesen und anfangs konnte ich mir keinen besseren Ort vorstellen, um ein paar vergnügliche Tage im Hochsommer zu verbringen. Die relative Nähe zum Meer sorgt immer wieder für einen angenehmen Windhauch, die Musik ist dank genialer Bandauswahl extrem geil und die Leute sind tolerant, lieb und hilfsbereit; drei Tage lang Party in toller Atmosphäre.
Als ich dann aber nach mehrjähriger Abszinenz 2007 wieder einmal hinfuhr, war ich gelinde gesagt schockiert. Nicht nur, dass das Festival seit meinem letzten Besuch 2003 um mehr als das Doppelte gewachsen war, es schien sich auch zu einer riesig großen Werbefläche für diverse Bier- und Schnapssorten, Gitarrenmarken und Modelabels entwickelt zu haben. Dagegen ist erstmal nichts einzuwenden, aber in dem Ausmaß nervt es.
Auch bei den Besuchern schien es eine Veränderung gegeben zu haben, aber vielleicht werde ich einfach nur alt
Von entspannter Atmosphäre merkte man nicht mehr viel. Eher hatte ich das Gefühl, dass es nicht mehr um Musik oder Zusammenhalt geht, sondern nur noch um saufen und Krawall machen. Zumindest wurde es im Laufe der Jahre immer unpersönlicher.
Hinzu kommt noch, dass sich der Ticketpreis mittlerweile auf irgendwas zwischen 120€ und 130€ beläuft, 2001 war er noch bei 98DM. Und um einen anständigen Platz fürs Zelt zu bekommen, der nicht schon im Nachbarort liegt, sollte mach sich bereits eine WOche vorm offiziellen Anreisetermin auf den Weg machen…
Meiner Meinung nach ist das nur noch Ausverkauf, Kommerzialisierung und irgendwo auch Abzocke der übelsten Sorte. sleazy_glam fährt jedenfalls nicht mehr zum Wacken, sondern weicht auf Festivals aus, die sich ihren Idealismus zumindest dem Anschein nach erhalten haben.